Hechlingen am See

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Hechlingen am See


Zentrale Lage im Hahnenkamm

OrtsansichtHechlingenHechlingen liegt an einem Kreuzungspunkt in der Mitte des Hahnenkamms, eingebettet in zwei Tallagen des schichtenreichen Schwäbisch-Fränkischen Juras.


Bodenfunde und manche Sage

Erste gesicherte Funde einer Besiedlung stammen bereits aus der Mittel- und Jungsteinzeit, aus denen eine ausgedehnte Höhensiedlung am Roten Berg existiert. Während aus der Urnenfelderzeit kaum Spuren zu finden sind, zeugen aus der Hallstattzeit über 60 Gräber von einer weiteren frühen Besiedlung. Später steht die Region unter dem Einfluß der Kelten. Um die dichtbewaldeten Hänge beiderseits der westlichen Rohrach ranken sich Sagen und schaurige Geschichten und mit dem „Hohlen Stein“ und der „Blutrinne“ werden gar eine Druidenschule und eine keltische Opferstätte verbunden.


Römer und Juthungen

Als die Römer um 90 n.Chr. ihre Grenze nach Norden vorschieben, wird Hechlingen zum Hinterland des Limes. Dieses Gebiet wird nach den Germaneneinfällen spätestens 233 n. Chr. aufgegeben. Elbgermanische Juthungen besiedeln daraufhin wohl schon im 4. Jh. den freigewordenen Raum, wobei der Hahnenkamm bereits damals zum Grenzgebiet zu den Alamannen (Schwaben) wird.


Vorfränkischer Ortsname

Unter dem Ortsnamen Hachilinga wird Hechlingen 899 erstmals urkundlich erwähnt. Die Endung –ingen verweist allerdings zurück auf eine vorfränkische Siedlung, um oder deutlich vor 500 n.Chr. Mit der Ausdehnung des Frankenreichs über Europa kommt ab 500 n. Chr. auch der Hahnenkamm unter fränkische Hoheit und mit ihr gewinnt das Christentum an Boden. 


Pfarrkirche St. Lucia und Ottilie

In Ortsmitte erhebt sich der mächtige Kirchturm von 1491. Die Kirchengeschichte reicht jedoch weiter zurück. Bereits 1061 ist eine Kirchenweihe erwähnt und davor wird eine Holzkirche vermutet. Das mittelalterliche Kirchenschiff muß wegen Baufälligkeit abgerissen werden und wird 1868-72 im Stile der Neugotik wiedererrichtet. Vor kurzem ist die evangelische Kirche, die St. Lucia und Ottilie geweiht ist, renoviert und zu einem liebenswürdigen Kleinod geworden.


Zeugen des Mittelalters

Auf dem heutigen Schloßberg südlich von Hechlingen ist die Ruine der mächtigen Burganlage „Stahelsberg“ überkommen, deren erste Nennung von 1197 stammt. Eine weitere Ruine, die Katharinenkapelle und ehemalige oettingische Wallfahrtskirche (wohl vor 1450), steht als weithin sichtbares Wahrzeichen im Osten hoch über Hechlingen auf dem 600 m hohen Kappelbuck und ist heute ein beliebtes Ausflugsziel.


Bauernkrieg und Dreißigjähriger Krieg

Beim Bauernaufstand 1525 schlagen sich die Hechlinger auf die Seite der Bauern und werden bei Ostheim vernichtend geschlagen. Im dreißigjährigen Krieg wird Hechlingen schwer heimgesucht.


Hechlingen (am See) heute

Der Ort wird im Zuge der Verwaltungsreform 1977 in den Markt Heidenheim eingemeindet. Heute präsentiert es sich als ein schmuckes Dorf mit regem Vereinsleben. Dank des ersten Sees der neuen fränkischen Seenplatte (1977 eingeweiht) ist der Ort mit dem Prädikat „Staatlich anerkannter Erholungsort“ zum Zentrum des Fremdenverkehrs im Hahnenkamm geworden. Der Hahnenkammsee mit 1,2 km Länge ist rundum begehbar. Zu ihm gehören Badestrand, Bootsverleih, Strandkiosk, Angeln und Kneipptretbecken. Hechlingen verfügt außerdem über Campingplatz, Waldlehrpfad, Haus des Gastes, ein überregional angebundenes Wanderwegenetz und mit dem „Schlaufenweg 3“ Anschluß an den sog. „Altmühl-Panoramaweg“. An ihm kommt man an einer Steinernen Rinne vorbei. Weitere Wanderwege sind der „Westlichen Albrandweg“, „Sammenheim-Ries“, „Treuchtlingen-Hahnenkammsee“, „Quellenweg“ und der Radwanderweg „Gunzenhausen-Hahnenkamm-Ries“,. Hechlingen ist von zahlreichem schützenswerten Wiesen- und Waldflächen umgeben mit einer großen Zahl seltener Pflanzen und Tieren. 198..? wird die Flurbereinigung Hechlingen auf der Bundesgartenschau in Berlin als Modellfall in Bayern präsentiert.

Der „ENDURO-Park Hechlingen“, südlich in einem ehemaligen Steinbruch eingerichtet, ist ein inzwischen in der ganzen Welt bekanntes Übungsgelände für BMW-Motorräder. Dank BMW wird dort das ursprünglich wertvolle Biotop gepflegt und weiter erhalten.

(Text: Gerhard Bayerköhler)